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Afrikanische Schweinepest (ASP) - Wachsamkeit und Vorbeugung

03.07.2018 Das Landratsamt informiert: Afrikanische Schweinepest (ASP) - Wachsamkeit und Vorbeugung sind wichtig

Die ArGe Schwarzwild, die im Februar gegründet wurde, hat in der letzten Sitzung von Ende Mai weitere Maßnahmen diskutiert, die nun nach und nach umgesetzt werden sollen. Dazu gehört beispielsweise der Beschluss des Kreisausschusses vom 02. Juli, dass die Jäger eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro pro erlegtem Schwarzwild erhalten.

Die Aufwandsentschädigung ist eine freiwillige Leistung des Landkreises und eine von mehreren angedachten Maßnahmen, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Deutschland zu verhindern. Die Zahlung der Entschädigung wird zunächst auf zwei Jahre beschränkt, um evaluieren zu können, ob sie Erfolg hat, bevor über eine Weiterführung entschieden wird. Zu den weiteren Maßnahmen gehören unter anderem verschiedene Erleichterungen bei verkehrsrechtlichen Anordnungen, wenn eine Jagd durchgeführt wird. Hier sind die Antrags- und Genehmigungsverfahren für Geschwindigkeitsbegrenzungen bzw. sogar Vollsperrungen vereinfacht worden. Weiterhin kann die Drohne, die für den Katastrophenschutz angeschafft und voraussichtlich zum dritten Quartal 2018 einsatzbereit sein wird, für die Jagd eingesetzt werden, sofern sie nicht benötigt wird. Nicht zuletzt wird ebenso der Einsatz von Saufängen geprüft.

Keine Gefahr für den Menschen
Bei der ASP handelt es sich um eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) betrifft und für diese tödlich ist. Für den Menschen stellt sie keine Gefahr dar. In Deutschland ist ASP bisher noch nie aufgetreten.

Lebensmittel als Infektionsquelle
Die ASP tritt seit 2014 in den baltischen Staaten und in Polen auf. In den an die baltischen Staaten und Polen angrenzenden Ländern Ukraine, Weißrussland und Russland kommt die Seuche seit Längerem gehäuft vor und verbreitet sich von dort. Seit 2017 gibt es Nachweise in der Tschechischen Republik und Rumänien und seit 2018 auch in Ungarn. Als Ursache wird die illegale Entsorgung von Speiseabfällen vermutet, die den ASP-Erreger enthielten. Für Haus- und auch für Wildschweine besteht daher seit Jahrzehnten ein Verbot der Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen. Experten sehen derzeit die höchste Gefahr einer Einschleppung der ASP über unachtsam entsorgte Reste von virushaltigen Lebensmitteln aus befallenen Regionen. Solche Essensreste sollten daher vermieden oder aber ordnungsgemäß (das heißt: für Wildschweine nicht zugänglich) entsorgt werden. Um eine Einschleppung auf diesem Weg zu verhindern, sind deshalb an betroffenen Straßen und Plätzen entsprechende mehrsprachige Warnschilder angebracht, die manchem vielleicht schon aufgefallen sind.

Eine Einschleppung der ASP nach Deutschland würde neben den Auswirkungen für die Tiere auch schwere wirtschaftliche Folgen mit sich bringen. Zwar ist die Wildschweinpopulation im Landkreis Erding im Vergleich zu anderen Regionen immer noch verhältnismäßig gering; dennoch wachsen die Bestände vor allem im südwestlichen Landkreisgebiet seit Jahren stetig an. Die Lebensbedingungen für die Tiere haben sich in unseren Gefilden deutlich verbessert. Nicht nur die Jäger stehen mit der zunehmenden Ausbreitung des Wildschweins vor einer Herausforderung. Besonders die Schweinebauern im Landkreis, deren Bestände sich in den letzten 30 Jahren von 30.000 auf 70.000 mehr als verdoppelt haben, fürchten mit der steigenden Schwarzwildpopulation ein erhöhtes Ansteckungsrisiko mit ASP für die Hausschweine. Die Senkung der Wildschweinpopulation ist im Zuge der Seuchenprävention daher notwendig.

Für Fragen zum Thema Afrikanische Schweinepest steht das Veterinäramt unter 08122/521470 zur Verfügung.

Öffentlicher Warnhinweis (PDF)

Kategorien: Veterinäramt, Öffentliche Sicherheit, Dringende Anordnungen, Landratsamt Erding, Landkreis, Natur- und Umweltschutz