Landkreis Erding setzt auf hausärztlichen Nachwuchs: Auftakt für das BeLA-Programm
Um die hausärztliche Versorgung auch in Zukunft flächendeckend und wohnortnah sicherzustellen, setzt der Landkreis Erding auf die gezielte Förderung des medizinischen Nachwuchses. Hierzu fand nun im Landratsamt Erding die Auftaktveranstaltung zum BeLA-Programm („Beste Landpartie Allgemeinmedizin“) statt, die von der Gesundheitsregionplus Landkreis Erding organisiert wurde. Der Landkreis wird in diesem Jahr neu in das Programm aufgenommen.
Das vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention geförderte BeLA-Programm verfolgt das Ziel, Medizinstudierende frühzeitig für die Allgemeinmedizin und eine spätere ärztliche Tätigkeit im ländlichen Raum zu begeistern. In Südbayern wird das Programm von der Technischen Universität München (TUM) koordiniert. Bereits ab dem fünften Fachsemester können Studierende von einer praxisnahen Zusatzausbildung, individuellem Mentoring und der engen Zusammenarbeit mit regionalen Krankenhäusern und Hausarztpraxen profitieren. Im Praktischen Jahr ist unter bestimmten Voraussetzungen zudem eine finanzielle Förderung möglich.
Mit der Aufnahme in das Programm möchte der Landkreis Erding die Verbindung zwischen universitärer Ausbildung und regionaler Gesundheitsversorgung weiter ausbauen. Bereits fünf hausärztliche Praxen im Landkreis beteiligen sich an dem Projekt: drei in Erding sowie jeweils eine in Taufkirchen (Vils) und Dorfen. Sie ermöglichen damit Studierenden frühzeitig Einblicke in die hausärztliche Tätigkeit vor Ort und machen sie mit den beruflichen Perspektiven im Landkreis vertraut.
Eröffnet wurde die Auftaktveranstaltung durch den stellvertretenden Landrat Georg Els. Dieser unterstrich die Bedeutung des Programms für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. „Mit dem BeLA-Programm stellen wir die Weichen dafür, unsere Region auch in Zukunft verlässlich mit engagierten Hausärztinnen und Hausärzten zu versorgen“, erklärte Els.
Im Anschluss stellte Prof. Dr. Antonius Schneider von der Technischen Universität München das BeLA-Programm und dessen Ausbildungsansatz vor. Der Erdinger Hausarzt und Mitgestalter des Programms Thomas Brandhuber erläuterte die Chancen einer Beteiligung aus Sicht der niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte. Ergänzend beleuchtete Klinikdirektorin Sabine Wahl die Perspektive des Klinikums Landkreis Erding als Kooperationspartner und betonte die Möglichkeit für Programmteilnehmende, das Praktische Jahr am Klinikum zu absolvieren. Oliver Legler stellte abschließend das Kommunalbüro für ärztliche Versorgung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und dessen Unterstützungsangebote vor.
Mit dem BeLA-Programm setzt der Landkreis Erding auf einen langfristigen Ansatz zur Sicherung der medizinischen Versorgung. Durch die frühzeitige Einbindung von Medizinstudierenden in die regionalen Versorgungsstrukturen sollen persönliche und berufliche Kontakte entstehen, die eine spätere Tätigkeit als Hausärztin oder Hausarzt im Landkreis begünstigen. Die Gesundheitsregionplus des Landkreises Erding, deren Arbeitsgruppe „Gesundheitsversorgung“ das BeLA-Projekt als wichtiges Instrument zur ärztlichen Nachwuchsgewinnung für den Landkreis auf seiner Agenda hat, unterstützt die Umsetzung des Programms und übernimmt dabei eine koordinierende Funktion zwischen den beteiligten Einrichtungen und Partnern.
Die räumliche Nähe zur Technischen Universität München bietet hierfür gute Voraussetzungen. Gleichzeitig stärkt die Zusammenarbeit zwischen Universität, Klinikum, niedergelassenen Praxen und Landkreis den Gesundheitsstandort Erding. Langfristig soll das Programm dazu beitragen, dem drohenden Hausärztemangel entgegenzuwirken und die wohnortnahe medizinische Versorgung für die Bürgerinnen und Bürger zu erhalten.