Landkreis Erding startet Entwicklung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts

Unter dem Motto „Kommunen stärken – Älter werden im Landkreis Erding“ gab Landrat Martin Bayerstorfer im voll besetzten Sitzungssaal des Landratsamtes den Startschuss für die Auftaktveranstaltung für das Seniorenpolitische Gesamtkonzept. Die Initiative, die auf einen Antrag der CSU-Fraktion im Kreistag zurückgeht, verfolgt das Ziel, die Weichen für eine zukunftssichere Versorgungsstruktur in allen 26 Gemeinden zu stellen und den demografischen Wandel proaktiv zu gestalten. Bayerstorfer betonte während der Veranstaltung, dass diese Aufgabe über statistische Kennzahlen hinausgehe: „Wir verstehen diese Aufgabe als gesellschaftlichen Auftrag.“ Es gelte, den sozialen Nahraum so zu erhalten, dass niemand aufgrund fehlender Infrastruktur im Alter seine gewohnte Umgebung verlassen müsse.

Basierend auf den gesetzlichen Anforderungen des Art. 69 des Bayerischen Ausführungsgesetzes zum SGB wird das Konzept nun in enger Zusammenarbeit mit dem Institut afa, der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung, entwickelt. Während der Auftaktveranstaltung präsentierte die afa die methodische Vorgehensweise und den aktuellen Zeitplan für die kommenden Bestandsanalysen. Um den Teilnehmenden konkrete Impulse für die Praxis zu geben, wurden zudem erfolgreiche Konzepte vorgestellt, wobei insbesondere das Beispiel Inning am Holz verdeutlichte, wie durch lokales Engagement und passgenaue Netzwerke die Lebensqualität älterer Menschen spürbar gestärkt werden kann.

Bayerstorfer nutzte die Gelegenheit, um an die zahlreich anwesenden Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Seniorenreferenten zu appellieren, den Prozess aktiv durch ihre Expertise vor Ort mitzugestalten, da diese „als Gesichter der Seniorenpolitik vor Ort am besten wissen, wo der Schuh drückt“. Er rief die kommunalen Verantwortlichen dazu auf, sich durch die Teilnahme an anstehenden Kommunalbefragungen einzubringen oder als Gastgeber für lokale Bürgerworkshops zu fungieren, um eine praxisnahe Ausrichtung des Konzepts sicherzustellen.

Der Landkreis baut dabei auf bereits etablierte Angebote wie den Pflegestützpunkt oder den Pflegekrisendienst auf, die bereits heute einen wichtigen Beitrag zur regionalen Versorgung leisten. Abschließend appellierte der Landrat an die Teilnehmer, den fachlichen Austausch der Auftaktveranstaltung in ihre Gemeinden zu tragen, um den Landkreis Erding langfristig zu einer Modellregion zu entwickeln, in der ein sicheres und selbstbestimmtes Altern für alle Bürgerinnen und Bürger gewährleistet ist.

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